Wir trauern um Anton Auer

Mit einem Trauergottesdienst haben Vorstand, Kollegen und Mitarbeitende der Diakonie München und Oberbayern gemeinsam mit der Familie Abschied genommen von Anton Auer, der am Wochenende voriger Woche plötzlich verstorben ist. Der 56-Jährige leitete beim Evangelischen Hilfswerk München den Männerbereich und war dort für die Obdachlosenarbeit zuständig. Zudem verantwortete der Diplom-Pädagoge den Übernachtungsschutz in der ehemaligen Bayernkaserne, den die Landeshauptstadt München anbietet, damit niemand auf der Straße schlafen muss.

Der plötzliche Tod Auers habe „einen Schock“ hinterlassen, sagte Diakonie-Vorstand Thorsten Nolting bei dem Trauergottesdienst in der Christuskirche. „Es ist für viele von uns schwer, sich ein Leben ohne ihn vorzustellen.“ In den 20 Jahren, die er für die Diakonie tätig war, habe er mit unermüdlichem Einsatz viel bewirkt für obdachlose Menschen. Auer sei stets hilfsbereit und zupackend gewesen, so Nolting: „Beruflich war er ein Macher – seine fachlich begründeten Anliegen konnte er gut platzieren und etwas erreichen.“

So habe Auer die Teestube „komm“, deren Leiter er zehn Jahre lang war, wesentlich geprägt und weiterentwickelt, zudem Angebote wie Streetwork im Gemeinwesen und Unterstütztes Wohnen aufgebaut sowie das Betreute Wohnen ausgebaut. Der Verstorbene habe sich „mit Herzblut und unendlichem Engagement für die am Rande der Gesellschaft Lebenden eingesetzt und seine Freude daran gehabt, wenn er sah, dass obdachlose Menschen wieder auf die Füße kamen und eine Perspektive für sich entwickelten“.

Benjamin Müller, Auers Stellvertreter, erinnerte an die positiven Erfahrungen, die er mit ihm machen durfte und die er nicht missen möchte. Neben dem Engagement für Menschen auf der Straße seien ihm auch die Mitarbeitenden wichtig gewesen: „Für sie war er immer präsent und hatte Tag und Nacht ein offenes Ohr.“ Auer habe die Wohnungslosenhilfe in München nachhaltig positiv geprägt. Trotz aller Trauer sei es „ein hoffnungsgebender Lichtblick, dass davon etwas Gutes übrigbleibt und in unseren Herzen weiterleben wird“.

Klaus Honigschnabel


zurück