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Besuch bei den Stammstehern

Streetworker der evangelischen Kirche kümmern sich um Hartz-IV-Empänger und Obdachlose.


Maria Bauer und Mathias Retzbach von der Teestube „komm“ helfen in München Wohnungslosen und so genannten Stammstehern. Die Teestube gehört zum Evang. Hilfswerk, das Menschen, die in persönliche Notlagen und soziale Schwierigkeiten geraten sind, berät und hilft. Sechs Fragen an die Streetworker.

Die Münchner Freiheit ist ein Treffpunkt für Stammsteher. Was sind das für Menschen?
Bauer: Bei Stammstehern handelt es sich um Menschen, die über eigenen Wohnraum verfügen, aber ihre sozialen Kontakte an öffentlichen Plätzen leben. Meist sind es Menschen, die arbeitslos sind und von Hartz IV leben. Sie verelenden sowohl körperlich als auch psychisch. Bevor es das Projekt „Streetwork im Gemeinwesen“ gab, bekamen diese Menschen keine adäquate Unterstützung. Wir sind mindestens jeden Dienstag und Freitagnachmittag an der Münchner Freiheit.

Das klingt so, als ob die Frauen und Männer auf Sie warten würden?
Bauer: Die Menschen wissen, dass wir kommen. Sie wissen, dass sie uns fragen können und bringen Briefe und Formulare mit. Wir können dann direkt vor Ort helfen. Oftmals sind sie an den Hürden anderer Hilfsangebote gescheitert – weil sie beispielsweise einen Termin vereinbaren oder von sich aus um Hilfe bitten mussten. Wir kommen zu den Menschen und bieten unsere Unterstützung an. Zudem beschäftigen wir uns viel mit gesundheitlichen Problemen und Suchterkrankungen der Klienten.

Herr Retzbach, Sie bieten das Gleiche für Obdachlose an?
Retzbach: Die Arbeit ist sehr ähnlich. Wir sind aber nicht an festen Plätzen. Die Stadt ist in vier Gebiete aufgeteilt, in denen jeweils sozialpädagogische Zweierteams unterwegs sind. Der Münchner Norden erstreckt sich beispielsweise vom Englischen Garten über den Rotkreuzplatz und Romanplatz bis nach Pasing.

Was sind denn das für Menschen, mit denen Sie es zu tun haben?
Retzbach: Einfach gesagt: Es handelt sich um Frauen und Männer, die ihre Wohnung verloren haben. Den klassischen Obdachlosen gibt es nicht. Ziel ist es, die Menschen in einer geeigneten Wohnform unterzubringen.

Anwohner sind auf Stammsteher eher schlecht zu sprechen, oder?
Bauer: Natürlich kann es an den Plätzen mal lauter werden oder Streitigkeiten geben. Das Ziel ist aber, nicht die Leute zu vertreiben, sondern die Plätze zu befrieden, so dass ihr Aufenthalt niemanden stört. Sie sollen für „ihren“ Platz Verantwortung übernehmen und ihn sauber halten. Wir sind da, gerade was die Münchner Freiheit betrifft, auf einem guten Weg.

Können die Münchner Bürger ihre Arbeit unterstützen?
Bauer: Ja, gerade in der Einzelfallhilfe sind wir auf Spenden angewiesen, beispielsweise für Stromschulden, kleinere Anschaffungen oder Reparaturen in unseren betreuten Wohngemeinschaften. Unser Spendenkonto lautet: HypoVereinsbank, Kto.-Nr: 275 44 44, BLZ 700 202 70.

(Gerson Raabe, evangelisch 2010, hrg. V. Eang.-Luth. Dekanat München, Öffentlichkeitsreferat)
 

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