Pressespiegel
Justizministerin Merk: Therapie für Straftäter bewährt sich
Die bayerische Justizministerin Beate Merk (CSU) möchte mehr Therapieplätze für Straftäter schaffen.
München (epd). Die bayerische Justizministerin Beate Merk (CSU) möchte mehr Therapieplätze für Straftäter schaffen. Im Justizvollzug soll die Zahl der Therapieplätze von derzeit 217 bis zum Jahr 2013 nahezu verdoppelt werden, sagte Merk beim Jahresempfang der evangelischen Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler in der Allerheiligenhofkirche München.
Die richtige Bestrafung eines Gewalt- oder Sexualverbrechens sei unerlässlich. Doch so hart die Strafe auch sei, könne sie kaum die Ursachen beseitigen, die den Täter zu seiner Tat getrieben hätten. Neben einer strengen Bewachung müsse hier auch das Instrument der Therapie greifen.
Die Erfahrungen mit den ersten Fachambulanzen für Sexualstraftäter in München und Nürnberg hätten gezeigt, dass dies der richtige Weg sei: „Der Zulauf ist so groß, dass wir mehr Therapeuten brauchen“, sagte Merk. Zudem könnten die Ambulanzen inzwischen sogar Erfolge bei Tätern vorweisen, die bislang jede Behandlung verweigert hätten.
Therapie und Beaufsichtigung böten einen „langfristigen und damit den besten Opferschutz“, sagte Merk. Dennoch würden Bestrafung, Therapie und Kontrolle nicht jeden Rückfall ausschließen können. Hier sei die Gesellschaft auch auf Zivilcourage angewiesen. Auf Menschen, die „nicht wegschauen, sondern hinsehen und helfen“, so Merk.
Epd, 14. Juni 2010


