Pressespiegel
Ein Schritt zu mehr Selbstständigkeit
Bodelschwingh-Haus: neue Außenwohngruppe.Im Mai eröffnet das Bodelschwingh-Haus eine neue Außenwohngruppe in Bogenhausen mit sechs Plätzen für ehemalige Strafgefangene. Bewerben können sich dafür Männer, die vorher bereits im Bodelschwingh-Haus in der Schillerstraße gelebt haben.
„Viele, die unser Programm erfolgreich durchlaufen hatten, standen irgendwann wieder bei uns vor der Tür“, sagt Einrichtungsleiter Thomas Westermann. Sie haben das Leben draußen ohne Hilfe nicht gemeistert. Die Gründe dafür sind vielfältig: keine Arbeit, Probleme mit dem Haushalt, dem Geld, den Nachbarn. Für Westermann und sein Team war klar: „Diese Leute brauchen eine intensive Nachsorge.“
In Bogenhausen entstehen anderthalb neue Sozialpädagogenstellen, zudem gibt es zwei Teilzeitstellen in der Arbeitsanleitung. Die Kosten übernimmt der Bezirk Oberbayern. Zum Haus gehört ein großes Grundstück, in dem es sozialpädagogische Angebote für die Bewohner geben soll: Unter Anleitung werden sie sich dort kreativ beschäftigen.
In der Außenwohngruppe hat jeder ein eigenes Zimmer, die Bewohner verpflegen sich selbst in einer Gemeinschaftsküche. Auch kleine Reparaturen und Renovierungen gehören zu ihren Aufgaben. Die Gruppe hat daher weniger „Heimcharakter“ als das Bodelschwingh-Haus.
Die Zeit hier soll die ehemaligen Strafgefangenen auf das Alleinleben vorbereiten. Dazu müssen sie bestimmte Kompetenzen wieder erlernen: wie sie einen Haushalt führen, mit wenig Geld auskommen oder ihre Freizeit sinnvoll gestalten. Thomas Westermann: „Hier können sie das eigenständige Wohnen üben.“
Zwischen der neuen Außenwohngruppe und dem Bodelschwingh-Haus wird es eine enge Zusammenarbeit geben: „Wir wollen Synergieeffekte schaffen“, sagt Westermann. Das gilt etwa für die Bereiche Verwaltung und Küche. Zudem werden die Bewohner auch an Bildungsveranstaltungen im Stammhaus teilnehmen.
Diana Riske
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