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12.10.2007 - Hilfe mit Hand und Fuß

Bahnhofsmission feiert 110-jähriges Bestehen.Als eine der ersten Bahnhofsmissionen in Deutschland wurde sie gegründet, nun feierte die Münchner Bahnhofsmission ihr 110-jähriges Bestehen. Die Feierlichkeiten begannen mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Basilika St. Bonifaz, den Stadtdekanin Barbara Kittelberger und Weihbischof Engelbert Siebler gemeinsam zelebrierten. „Hinter der Tür auf Gleis 11 gibt es Hilfe mit Hand und Fuß“, sagte Kittelberger in ihrer Predigt. Beim anschließenden Empfang im Pfarrzentrum würdigten Vertreter der Stadt und der beiden kirchlichen Träger die Arbeit der Bahnhofsmission. Stadträtin Diana Stachowitz dankte den „Christen, die ihrer Hände und Köpfe Arbeit zur Verfügung stellen.“ Eine Erhöhung des Zuschusses für die Bahnhofsmission könne sie nicht versprechen, wohl aber finanzielle Unterstützung, um eine neue Sitzgarnitur anzuschaffen. Ursula Männle, Vorsitzende des katholischen Trägervereins IN VIA, beschrieb, wie sich die Arbeit der Bahnhofsmission während ihrer 110-jährigen Geschichte verändert und entwickelt hat. Gleich geblieben sei jedoch eins: „Zu jeder Zeit gab es engagierte Haupt- und Ehrenamtliche.“ Zurzeit sind neun hauptamtliche Mitarbeitende in der Bahnhofsmission tätig, unterstützt werden sie von mehr als 100 Ehrenamtlichen, vom 18 Jahre alten Schüler bis zur 79-jährigen Buchhalterin. Gesellschaftliche Veränderungen sind am Bahnhof besonders frühzeitig wahrzunehmen. „Bahnhofsmissionen sind soziale Seismographen für wirtschaftliche, soziale und menschliche Entwicklungen“, erklärte Gordon Bürk, Geschäftsführer des Evangelischen Hilfswerks der Inneren Mission. Aus der aktuellen Arbeit der Münchner Bahnhofsmission leitete er drei sozialpolitische Forderungen ab: Der Regelsatz des Arbeitslosengeldes II von derzeit 347 Euro müsse deutlich erhöht werden, einmalige Leistungen für Sonderbedarfe müsse es wieder geben. Zudem regte er an, ein Sozialticket für einkommensschwache Haushalte im MVV-Bereich einzuführen, wie es etwa Berlin, Köln und Stuttgart bereits haben. Aus Berlin war Christian Bakemeier, Referent für Bahnhofsmissionen im Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), angereist. Als Besonderheit der Münchner Bahnhofsmission würdigte er, dass es eine evangelische und eine katholische Leitung gibt: „Hier wird die ökumenische Zusammenarbeit als gemeinsame Aufgabe begriffen.“ Er wünschte sich, dass die Bahnhofsmission sich auch künftig für „Menschen am Rande der Gesellschaft“ einsetze: „Dieses Engagement brauchen wir auch in der modernen Erlebniswelt Bahnhof.“ Diana Riske

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