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08.12.2006 - "Türöffner" für ein geregeltes Leben
Teestube "komm" feierlich wiedereröffnetNach einer mehrwöchigen Schließung wegen Umbaus hat die Teestube „komm“ wieder geöffnet. Bei der Eröffnungsfeier betonten die Festredner die Wichtigkeit dieser Einrichtung, die in den vergangenen Jahren von einer steigenden Zahl obdachloser Männer – und zunehmend auch Frauen – besucht wird. In Vertretung von Oberbürgermeister Christian Ude würdigte Stadtrat Siegfried Benker (Bündnis 90/Die Grünen) die Arbeit der Teestube. Sie sei „der erste Schritt weg von der Straße“; wer hierher komme, habe „die Armutsschwelle schon längst hinter sich gelassen“. Gleichzeitig kritisierte Benker, dass in der bayerischen Landeshauptstadt „die Armen ärmer und die Reichen reicher“ geworden seien. Dies sei nicht zuletzt aufgrund der Änderung in der Sozialgesetzgebung geschehen. Benker wörtlich: „Hartz IV ist ein Programm, das die Verarmung der Menschen beschleunigt.“
Nach den Worten des Münchner Sozialreferenten Friedrich Graffe (SPD) ist die Einrichtung des Evangelischen Hilfswerks als „das niedrigschwelligste Angebot in der Stadt“ für obdachlose Menschen „unverzichtbar“ und zugleich „ein Türöffner für ein geregeltes Leben“. Gleichzeitig betonte der Sozialreferent, dass aufgrund des umfassenden Hilfesystems in München niemand auf der Straße leben müsse. Die Renovierung des Treffpunkts sei überfällig gewesen, so Graffe. „Trotz Patina ist nicht immer alles schön, was alt ist.“
Gordon Bürk, Geschäftsführer des Hilfswerks und Teestuben-Leiter Anton Auer dankten gemeinsam den vielen Spendern, die durch großzügige Gaben die Renovierung mitfinanziert haben: „Wir wären alleine nicht in der Lage gewesen, den Umbau zu bezahlen.“ So habe beispielsweise der Architekt Wolfram Gregory als Mitglied des Lions-Clubs München Marienplatz die Planung kostenfrei übernommen und mit den Handwerkern so gute Preise ausgehandelt, dass jetzt noch die Anschaffung eines Wäschetrockners möglich ist. Ebenfalls zu den Unterstützern gehört der von Rudolph Moshammer ins Leben gerufene Verein „Licht für Obdachlose“, mit dessen Unterstützung eine neue Theke angeschafft werden konnten. Großzügig gespendet haben auch der „Adventskalender“ der Süddeutschen Zeitung, die Firma Philip Morris sowie die Firma mw-Büroplanung, die nicht nur Vorhänge und Jalousien montierte, sondern auch ein Flachbildschirm für den Fernsehraum sowie exklusive Bilderrahmen stiftete.
Klaus Honigschnabel
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