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23.10.2006 - Die Szene in Griff kriegen

Zusätzliche Streetwork-Stellen in Haidhausen.Die Streetworker der Teestube „Komm“ helfen seit Anfang August verstärkt mit, das Problem mit der Alkohol- und Drogenszene in Haidhausen in den Griff zu kriegen. Der Gesundheitsausschuss des Münchner Stadtrats hat beschlossen, im Rahmen eines umfassenden Maßnahmenpakets zwei zusätzliche Streetworker einzustellen, um die Lage zu deeskalieren. Die Stellen sind befristet bis Ende des Jahres 2008. Eine halbe Stelle ist beim Evangelischen Hilfswerk bzw. bei der Teestube angesiedelt. Die Sozialarbeiter können sich nun verstärkt um die so genannten „Stammsteher“ und „Wohnungsflüchter“ kümmern. Mit diesen Begriffen bezeichnen die Fachleute Menschen, die sich – ohne eine feste Tagesstruktur zu haben – in der Öffentlichkeit aufhalten, vorwiegend Alkohol zu sich nehmen und dann als Störer auffällig werden. Anton Auer, Leiter der Teestube „komm“: Diese Leute fallen komplett durch das soziale Netz der Landeshauptstadt.“ Zusätzlich verschärft wird die Situation in Haidhausen durch die bevorstehende Schließung des Drogenkontaktladens „Off“ in der Orleansstraße, das im nächsten Jahr abgerissen werden soll. Hier können sich Drogensüchtige aufhalten und kochen, sie bekommen auf Wunsch sterile Spritzen ausgehändigt; fünf Pädagogen bieten Gespräche und Ausstiegshilfen an. Im „Off“ können die Streetworker bislang auch Kontaktgespräche mit ihren Klienten führen. Mit dem Abriss wird dies wegfallen, weshalb Anton Auer auch feststellt, dass die Streetworker des „komm“ dann auch nur mehr eingeschränkte Möglichkeiten haben werden. „Wir können uns um unsere Klienten kümmern, aber nicht die politische Gesamtverantwortung im Stadtviertel übernehmen.“ Man dürfe die Abhängigen nicht vertreiben, sondern müsse ihnen vielmehr helfen, den Ausstieg aus der Sucht zu finden. Auer: Das kann nur gelingen, wenn Politik, Polizei und Pädagogen sinnvoll zusammenarbeiten.“ Dass dies durchaus Chancen haben könnte, haben die Streetworker des Evangelischen Hilfswerks an anderen Problemzonen in der Stadt bereits bewiesen: Die Szene am Michaelibad und am Gärtnerplatz hat sich dank ihrer Arbeit aufgelöst. „Das läuft dort hervorragend; es gibt kaum noch Beschwerden der Anwohner.“ ho

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