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04.12.2006 - Hoffnung, Würde und Ehre für wohnungslose Frauen

Frauenobdach "Karla 51" feiert zehnjähriges Bestehen.Mit einem großen Fest im katholischen Kloster Sankt Bonifaz hat das zum Evangelischen Hilfswerk München gehörende Frauenobdach „Karla 51“ jetzt sein zehnjähriges Bestehen gefeiert. Die Münchner Bürgermeisterin Christine Strobl überbrachte die Glückwünsche der Landeshauptstadt und sagte auch für die künftige Zeit ihren jährlichen Finanzierungsbeitrag in Höhe von rund 700.000 Euro zu. Dass diese hohe Summe auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zur Verfügung gestellt wird, zeige, „welche Bedeutung die Stadt dem Frauenobdach und seiner Funktion beimisst“. Karla 51, so die Bürgermeisterin, habe mit seinem Konzept eine „einzigartige und vorbildhafte Stellung in der Wohnungslosenhilfe“ und finde auch weit über die Stadtgrenzen hinaus Beachtung. Innerhalb Münchens nehme das Haus, das 40 Frauen Unterkunft im Einzelzimmer mit WC und Dusche bietet, „eine Schlüsselstellung im Bereich der Vermittlung und Beratung wohnungsloser Frauen ein“, lobte Strobl. Der Geschäftsführer des Evangelischen Hilfswerks, Gordon Bürk, erinnerte an das außergewöhnliche Engagement von Carol Wandt, der Initiatorin und Gründerin der Einrichtung: Ihr Haus hatte von Anfang an nicht den Charakter einer Notunterkunft oder eines Heimes, sondern das eines Gästehauses.“ Tag und Nacht seien Ansprechpartnerinnen für die hilfesuchenden Frauen da und vermittelten ihnen stets das Gefühl, als „willkommene Gäste mit gebührender Würde empfangen zu werden.“ Günther Bauer, Geschäftsführer der Inneren Mission München, unter deren Trägerschaft das Frauenobdach 1996 gegründet worden war, bezeichnete Karla 51 als „gelebte Menschlichkeit und Herzlichkeit“. In dem Haus werde nicht nur ein Werk der Barmherzigkeit getan, sondern mehrere: „Hier bekommen Frauen Obdach, Essen und Trinken, Beratung und Trost.“ Für das Benediktiner-Kloster würdigt Frater Prior Emmanuel die Arbeit der Karla-Kolleginnen: „Uns verbinden die Menschen, die auf der Straße leben.“ Dies zeige sich auch darin, dass die Ärztin, die für das Kloster die medizinische Versorgung obdachloser Männer übernimmt, regelmäßig auch Patienten von Karla 51 hat. Und dass es einmal in der Woche auch eine eigene Sprechstunde im Frauenobdach gibt. Festrednerin Uta Enders-Dragässer von der Gesellschaft für sozialwissenschaftliche Forschung aus Frankfurt bezeichnete das Frauenobdach als ein „absolut innovatives Modell“: „Karla 51 ist von Anfang an eine konsequente Antwort an die Wohnungslosigkeit von Frauen, weil es an deren Lebenswirklichkeit anknüpft.“ Ungewöhnlich und „bundesweit einmalig“ sei es, dass wohnungslose Frauen ein eigenes, abschließbares Zimmer haben. In der geschützten Atmosphäre des Hauses bekommen sie „wieder ihre Hoffnung, ihre Würde und Ehre zurück“. Ein besonders schönes Geburtstagspräsent überreichte Birthe Blauth, Präsidentin des Zonta Clubs München-Friedensengel: Der Erlös der Benefizveranstaltung „Zonta zockt“ in Höhe von 5.000 Euro wird für die Kinderbetreuung während des Berufsförderungsprojektes „Karla Start“ eingesetzt. Klaus Honigschnabel

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