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19.09.2006 - Spende für "Gemeinschaft gegen Armut"

1500 Euro überreichte der Bürgerkreis an die "Kooperationsgemeinschaft gegen Armut in Neuperlach".„Die Not in Perlach ist vorhanden, wenn auch keiner verhungern muss”, bringt es Christine Maier, die Leiterin des Stadtteilbüros Neuperlach, auf den Punkt. Aber „von dem bisschen Hartz IV-Geld noch Rücklagen schaffen für Kleidung, Schulanschaffungen oder Kaution im Falle eines Umzugs ist schwer”, ergänzt ihre Kollegin Wiltrud Koss. Beide erleben das Schicksal gerade von Hartz IV-Empfängern jeden Tag im Stadtteilbüro hautnah mit. Daher verwundert es nicht, dass die Essensausgabe der „Kooperationsgemeinschaft gegen Armut in Neuperlach”, zu der sich das Stadtteilbüro Neuperlach, die Laetarekirche und die Münchner Tafel zusammengeschlossen haben, einen so großen Andrang hat, dass es inzwischen sogar eine Warteliste mit 80 Namen gibt. Für die Empfänger sind die gespendeten Lebensmittel, die das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten haben, aber noch vor dem Verfallsdatum liegen, eine echte Hilfe. In Perlach erhalten insgesamt 300 zum Teil mehrköpfige Familien in zwei Gruppen alle zwei Wochen Lebensmittel. So profitieren insgesamt knapp 700 Personen von den Spenden großer Supermärkte, Kindernahrungsfirmen, Bäckereien, Milchverarbeitern oder Delikatessenmärkten. Die Firmen helfen anderen und sparen sich die teure Entsorgung abgelaufener Lebensmittel. Wegen des großen Andrangs sind die Damen vom Stadtteilbüro froh, dass einige Berechtigte von sich aus Platz machen für andere. Denn „der Bus reicht einfach nicht für mehr Lebensmittel als 150 Berechtigungsscheine ausmachen”, sagt Friedrich Wilhelm Prinz zur Lippe, Spitzname „Winnie”, der für die Münchner Tafel (MT) dienstags vormittags ab 7 Uhr zusammen mit anderen Ehrenamtlichen mit dem Bus herumfährt und die Lebensmittelspenden einsammelt. „Manches Mal haben wir richtige Delikatessen wie Lachs oder auch Kuchen”, erzählt er aus seiner langjährigen Erfahrung bei der Münchner Tafel. Sind die Lebensmittel eingesammelt, werden sie zur Ausgabestelle gefahren, wo Berechtigte mit Bezugsschein jeden zweiten Dienstag im Monat ab 14 Uhr Lebensmittel erhalten. Schon ab dem frühen Morgen versammeln sie sich und warten auf die Ausgabe. Ehrenamtliche Helfer der Kooperationsgemeinschaft bereiten die Essensausgabe zum Teil schon ab 12 Uhr vor, sommers wie winters, jede Woche. Im vergangenen Winter haben sie oft so gefroren, dass das Stadtteilbüro sich an den Bürgerkreis Neuperlach wandte und um eine Spende zur Anschaffung eines Heizofens bat. Dieser Bitte entsprach der Bürgerkreis Neuperlach gerne und Klaus Berenbink, Antonio Gerardi und Elfriede Meichelbeck überreichten am letzten Dienstag einen Scheck in Höhe von 1500 Euro. Das Geld stammt aus Erträgen, die der Flohmarkt auf dem Hanns-Seidel-Platz erbrachte. „Wir danken für die Spende”, sagt Christine Maier, „und hoffen, dass rechtzeitig zum Winter ein – wie auch immer gearteter – Ofen angeschafft wird.” Hatten die Helfer selbst an einen Gasofen gedacht, will die Münchner Tafel jetzt erst noch über das Modell diskutieren, denn der Ofen muss sicher untergestellt werden können. Angesichts des kommenden Herbsts wird die Anschaffung dringend, vor allem, weil die Kooperationsgemeinschaft feststellt, dass die Essensausgabe seit den Änderungen der Hartz IV-Bestimmungen „total überlaufen ist”. Hallo, August

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