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14.07.2005 - Die Zeichen der Zeit erkannt

Im Lätarezentrum hat sich unter Mitwirkung des Stadtteilbüros Neuperlach eine neue Interessensgemeinschaft entwickelt.Die Zusammenarbeit zwischen Stadtteilbüro Neuperlach und der Lätarekirchengemeinde hat eine 32-jährige Tradition und ist ein Beispiel für ein ausgesprochen positives Zusammenwirken von Gemeinde und Diakonie. 1973 arbeitete der erste Sozialpädagoge an einer Stelle, die vom Verein für Gemeinwesenarbeit, der Inneren Mission München und der Lätarekirchengemeinde konzipiert worden war. Zum damaligen Zeitpunkt war dies ein Arbeitsplatz mit Experimentiercharakter, da er das Gebiet „Gemeinwesenarbeit“ und die soziale Arbeit im kirchlichen Dienst integrierte. Arbeitete der Sozialarbeiter anfangs noch im Gemeindeteam mit, wurde diese Form der Zusammenarbeit mit dem Anwachsen inhaltlicher und personeller Aufgaben eingestellt. Die Bereiche Gemeindearbeit und Sozialarbeit haben sich getrennt, sind aber bis heute komplementär aufeinander eingestellt. Da sowohl die Kirchengemeinde als auch das Stadtteilbüro Neuperlach seit ihrer Entstehung einen sehr großen regionalen Bezug haben, arbeiten sie auch bezüglich der auftretenden Probleme im Stadtteil eng zusammen. So geht es darum, solche Probleme aufzudecken und entsprechende Lösungen gemeinsam zu erarbeiten. Gute persönliche Kontakte der Mitarbeitenden beider Stellen ermöglichen einen gezielten Einsatz. So vermittelt die Kirchengemeinde Hilfesuchende an uns, wenn professionelle sozialpädagogische Hilfe gefragt ist. Und umgekehrt schickt das Stadtteilbüro Menschen zur Gemeinde, wenn es um seelsorgerische Fragen geht oder um Integration in das Gemeindeleben. Gemeinschaftsprojekte wie die Verteilung von Lebensmitteln mit der „Münchner Tafel“ sowie die gemeinsame Weihnachtsfeier funktionieren seit Jahren. Ehrenamtliche der Kirchengemeinde sind auch bei uns ehrenamtlich tätig und umgekehrt. Neuestes Projekt ist die „Interessensgemeinschaft Lätarezentrum“, zu dem auch das Stadtteilbüro gehört. Hier haben sich soziale Einrichtungen zusammengeschlossen, die ihre Räume direkt im Lätarezentrum haben oder einen engen Bezug zur Kirchengemeinde haben und dort öfter auftreten. Der Zusammenschluss soll die immer weniger werdenden Arbeitskapazitäten der einzelnen Einrichtungen ausgleichen: Gemeinsame Aktivitäten sollen Einzelveranstaltungen ablösen. Wie vor 32 Jahren hat dieser Zusammenschluss wieder einen Experimentiercharakter. Das Stadtteilbüro Neuperlach und die Kirchengemeinde haben die neuen Zeichen der Zeit wahrgenommen und darauf reagiert. Gemeinsam. Christine Maier, Diakonie Report der Inneren Mission München, Nr.31/2005

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