23.10.2004 - Sieben neue Betten unterm Dach
Das Bodelschwingh-Haus bietet jetzt mehr Platz für strafentlassene Männer.Im Bodelschwingh-Haus, einer Einrichtung des Evangelischen Hilfswerks, in der strafentlassene Männer eingegliedert werden, ist jetzt das Dachgeschoß ausgebaut worden, um Raum für eine zusätzliche Wohngruppe zu gewinnen. Mit den zusätzlichen sieben Plätzen verfügt das Haus jetzt über 35 Betten.
Die Gesamtkosten für den Umbau belaufen sich auf rund 125.000 Euro. Mit 30.000 Euro hat allein die aufwändige Löschwasserleitung im Treppenhaus zu Buche geschlagen, die aufgrund der Brandschutzbestimmungen eingebaut werden musste.
Thomas Westermann, Leiter des Bodelschwingh-Hauses, ist über die Kapazitätsausweitung hoch erfreut. Angesichts der derzeitigen Finanzsituation sei das „ein kleines Wunder“, gleichzeitig könne man das aber auch „als Zeichen der Hilflosigkeit“ werten: „Man weiß offenbar nicht, wohin mit den Leuten, die aus dem Knast kommen.“
In München gibt es nur noch eine weitere vergleichbare Einrichtung, die Warteliste im Bodelschwingh-Haus beträgt derzeit mehr als drei Monate. Westermann: „ Bei uns landen die Leute, die kein soziales Netz haben.“ Unabdingbar sei es für die Bewohner deshalb, an den Angeboten der Pädagogen teilzunehmen und die Ursachen ihrer Straffälligkeit zu erkunden. „Jeder muss sich stark mit seiner Lebensgeschichte auseinandersetzen.“
Die neuen Räume im sechsten Stock sind in hellem Gelb gehalten und haben ein kleines Waschbecken. Es gibt einen Gruppenraum, zwei Gemeinschaftsbäder und ein Büro für die Gruppenleiterin, Gisela Weinhändler, die für die sozialpädagogische Betreuung zuständig ist. Alle Zimmer haben Radio- und Fernsehanschluss; im ersten Stock steht allen Bewohnern ein Internetanschluss zur Verfügung, damit sie die Kontakte nach draußen nicht verlieren. Für Thomas Westermann ist es wichtig, eine Alternative zum Internet-Cafe anbieten zu können: „Aber unsere Leute müssen lernen, damit umzugehen.“
Gerade das Leben selbstbestimmt zu meistern, sei die größte Herausforderung. Einigen sei das Leben draußen „einfach zu komplex“. „In der Haft werden sie geweckt, jemand sagt ihnen, was sie den ganzen Tag über tun müssen, und am Abend geht´s wieder ins Bett.“
Klaus Honigschnabel, Diakonie Report der Inneren Mission München, Nr. 28/2004
Im Bodelschwingh-Haus, einer Einrichtung des Evangelischen Hilfswerks, in der strafentlassene Männer eingegliedert werden, ist jetzt das Dachgeschoß ausgebaut worden, um Raum für eine zusätzliche Wohngruppe zu gewinnen. Mit den zusätzlichen sieben Plätzen verfügt das Haus jetzt über 35 Betten.
Die Gesamtkosten für den Umbau belaufen sich auf rund 125.000 Euro. Mit 30.000 Euro hat allein die aufwändige Löschwasserleitung im Treppenhaus zu Buche geschlagen, die aufgrund der Brandschutzbestimmungen eingebaut werden musste.
Thomas Westermann, Leiter des Bodelschwingh-Hauses, ist über die Kapazitätsausweitung hoch erfreut. Angesichts der derzeitigen Finanzsituation sei das „ein kleines Wunder“, gleichzeitig könne man das aber auch „als Zeichen der Hilflosigkeit“ werten: „Man weiß offenbar nicht, wohin mit den Leuten, die aus dem Knast kommen.“
In München gibt es nur noch eine weitere vergleichbare Einrichtung, die Warteliste im Bodelschwingh-Haus beträgt derzeit mehr als drei Monate. Westermann: „ Bei uns landen die Leute, die kein soziales Netz haben.“ Unabdingbar sei es für die Bewohner deshalb, an den Angeboten der Pädagogen teilzunehmen und die Ursachen ihrer Straffälligkeit zu erkunden. „Jeder muss sich stark mit seiner Lebensgeschichte auseinandersetzen.“
Die neuen Räume im sechsten Stock sind in hellem Gelb gehalten und haben ein kleines Waschbecken. Es gibt einen Gruppenraum, zwei Gemeinschaftsbäder und ein Büro für die Gruppenleiterin, Gisela Weinhändler, die für die sozialpädagogische Betreuung zuständig ist. Alle Zimmer haben Radio- und Fernsehanschluss; im ersten Stock steht allen Bewohnern ein Internetanschluss zur Verfügung, damit sie die Kontakte nach draußen nicht verlieren. Für Thomas Westermann ist es wichtig, eine Alternative zum Internet-Cafe anbieten zu können: „Aber unsere Leute müssen lernen, damit umzugehen.“
Gerade das Leben selbstbestimmt zu meistern, sei die größte Herausforderung. Einigen sei das Leben draußen „einfach zu komplex“. „In der Haft werden sie geweckt, jemand sagt ihnen, was sie den ganzen Tag über tun müssen, und am Abend geht´s wieder ins Bett.“
Klaus Honigschnabel, Diakonie Report der Inneren Mission München, Nr. 28/2004
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